Schwerpunktland Kongo

Die Demokratische Republik Kongo ist nach Fläche das drittgrößte und nach Bevölkerung mit etwa 60 Millionen Einwohnern das viertgrößte Land Afrikas. Bis zur Unabhängigkeit 1960 war die DR Kongo belgische Kolonie. Drei Bürgerkriege erschütterten die DR Kongo in den Neunzigerjahren. Dem letzten Bürgerkrieg, der von 1997 bis 2003 dauerte und der in westlichen Medien kaum erwähnt wurde, hat 4 Millionen Menschen das Leben gekostet. Die Lebenserwartung beträgt nur 43 Jahre. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leiden an Unterernährung. 54% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser. Nur 62,7% der Erwachsenen können lesen und schreiben.

Nach 2006 von der UNICEF und WHO veröffentlichen Daten haben 54% der Bevölkerung in der Demokratischen Republik Kongo keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser. Jedes 10. Kind im Kongo stirbt infolge einer Erkrankung, die auf verschmutztes Wasser zurück zu führen ist. Das Kinderhilfswerk der UNICEF hat festgestellt, dass durch eine Verbesserung der Wasserversorgung, Wasserentsorgung und einfache hygienische Maßnahmen die Erkrankung von Kindern an Durchfallerkrankungen rasch um ein Drittel vermindert werden kann.

Die Caritas Österreich engagiert sich seit über 20 Jahren in der Demokratischen Republik Kongo und versucht durch den Bau von Brunnen, Pumpen und Wasserleitungen in der Diözese Kilwa-Kasenga einen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Bevölkerung zu leisten. Die Diözese Kilwa-Kasenga liegt im Südosten der Demokratischen Republik Kongo an der Grenze zu Sambia und hat eine Fläche von 54.000km2 (zwei Drittel der Fläche von Österreich). Ca. 500.000 Menschen leben in der Region.

1987 begann die Caritas Österreich mit Hilfe des Wiener Salesianerpater Johann Kiesling aufgrund einer Choleraepidemie in der Region Kasenga Trinkwasserbrunnen und Pumpen zu bauen. Zwischen 1990 und 2002 wurden
226 Pumpen und Brunnen gebaut und teilweise vertieft. Nach einer Evaluierung aus dem Jahr 1999 sank die Zahl der Darm- und Durchfallerkrankungen nach dem Bau der Brunnen und Pumpen deutlich.

Seit dem Vorjahr treten erstmals wieder vermehrt Cholerafälle in der Diözese Kilwa-Kasenga auf. Laut eines aktuellen Berichts der UNO wurden zwischen September 2007 und Mitte Februar 2008 5.500 Cholerafälle und 120 Todesfälle in der Provinz Katanga - in der die Diözese Kilwa-Kasenga liegt - gemeldet. Dies ist v.a. auf das schlecht ausgebaute Wassernetz und auf kaputte Pumpen, die nach 15 bis 20 Jahren nicht mehr funktionstüchtig sind, zurückzuführen.

KundenLogin